Dr. Helge Fuhst zu Gast bei den Hamburger Gesprächen für Kultur & Medien!
Helge Fuhst, Journalist, Moderator und seit neusten Vorsitzender der Chefredaktionen der PREMIUM GRUPPE bei Axel Springer, bediente sich am 19. März in der gut gefüllten JazzHall eines dem Ort angemessenen musikalischen Bildes, um den Gegenstand der medialen Berichterstattung zu beschreiben: Politik ist leider kein geschmeidiger, cooler Jazz in einer harmonischen Jamsession, sondern das, was uns entgegenschallt, ist komplex, schlecht improvisiert und dissonant. Dabei scheint die Wahrnehmung von Nachrichten so subjektiv, wie die Beurteilung von Musik. Was ist echt, was ist gefälscht? Welche Newsfetzen ziehen sich die Menschen aus der überwältigenden Menge der Berichterstattung?
Die Fragmentierung der Medienlandschaft, die radikal geänderte Mediennutzung im Zeitalter von Internet & Social Media, der ungefilterte Zugang zu Inhalten machen es den Menschen schwer, in der Nachrichtenflut zu navigieren – Helge Fuhst verstand es, in seinem Implusvortrag dem Publikum das Panorama der journalistischen Aufgaben anschaulich vor Augen zu führen. In der globalen Informationskonkurrenz über ein komplexes System von Krisen und Nachrichten berichten: Die Herausforderungen an Journalist:innen, von denen Helge Fuhst sprach, könnten kaum größer sein.
Am Beispiel von KI-generierten Videos von Bundeskanzler Merz und von iranischer Propaganda fokussierte er sich auf das Thema der künstlichen Intelligenz im Journalismus. Wie in den meisten Bereichen ist sie auch im Journalismus Fluch und Segen zugleich. Datenverarbeitung als Chance, Fake-News als große Gefahr. Journalist:innen müssen die neue Technik verstehen, um sie zu erkennen, zu verstehen und selbst richtig einsetzen zu können. Mit Blick auf die mit KI produzierten Inhalte und hier insbesondere die gezielten Falschinformationen hat Helge Fuhst eine klare Meinung: Guter Journalismus war noch nie so wichtig wie heute, um Informationen und Inhalte für die Leser:innen und User:innen einzuordnen und zu erklären.
In der abschließenden Diskussionsrunde versuchte das Publikum, dem Gast mit kritischen Fragen etwas über seine Pläne bei seinem neuen Arbeitgeber zu entlocken, doch grundsätzlich waren sich alle einig: Qualitätsjournalismus bleibt in der globalen Informationskonkurrenz unerlässlich!
Wir sind gespannt, wie Helge Fuhst den Journalismus bei Welt, Politico und Business Insider der Gegenwart und Zukunft mitgestaltet und möchten uns bei ihm bedanken, dass er sich die Zeit genommen hat, bei den Hamburger Gesprächen dabei zu sein!
Ein großer Dank auch an Prof. Manuel Hartung, Vorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, und an Nora Wagner, Studentin am KMM, die gemeinsam das Gespräch moderierten.
Die Hamburger Gespräche für Kultur & Medien sind eine Veranstaltungsreihe der Claussen-Simon-Stiftung in Kooperation mit dem Institut für Kultur und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater und der Prof. Dr. Ernst Langner Stiftung.